Kunstbriefkasten · Künstlerheim Wolgast
Die grüne Haustür in der Schusterstraße 25 mit dem Kunstbriefkasten
Schusterstraße 25 · Wolgast

Deine Kunst —
in unserer Stadt.

Leg Deine Bilder, Zeichnungen, Drucke, Texte, Fotos, Gedichte oder Geschichten in den Kunstbriefkasten in der Schusterstraße — und erlebe sie wieder in der jährlichen Ausstellung.

Was Anja schreibt

Du hast ihn gefunden.

Du hast meinen kleinen versteckten Brief gefunden, wie schön! Ich erzähle Dir von meiner Idee und wünsche mir, dass daraus eine lebendige Verbindung entsteht.

Als ich das alte Wohnhaus des 2020 verstorbenen Wolgaster Malers Roland Spiegel von seiner Witwe übernahm, fand ich es gefüllt mit Erinnerungen an den Künstler vor. Behutsam reinigte und renovierte ich und ordnete Bilder, Malutensilien und Bücher im Atelier.

Gibt es so etwas wie ein ungeschriebenes Vermächtnis? Ich fühlte es von Beginn an und öffne nun dieses Haus für Gäste, Künstler, Kreative und liebe Menschen, die hier inmitten der verträumten Altstadt eine Auszeit finden oder schöpferisch arbeiten.

Ganz im Sinne von Roland Spiegel lade ich Dich mit meinem Kunstbriefkasten dazu ein.

Herzlichst, Anja
Anja Müller in ihrer Flechtwerkstatt
Anja Müller
So geht es

Drei Schritte,
mehr braucht es nicht.

1

Mach etwas

Zeichnung, Druck, Foto, Text, Collage. Alles ist willkommen, aus jedem Alter und von jeder Hand. Flach genug muss es sein: durch den Schlitz passen 4 × 26 cm.

2

Leg einen Zettel dazu

Deinen Namen, eine E-Mail für die Einladung, den Titel der Arbeit. Auf dem gedruckten Brief-Flyer ist der Zettel schon dabei — Du kannst ihn auch selbst schreiben.

3

Wirf es ein

Schusterstr. 25, der Kasten steckt in der grünen Haustür. Wann die Antwort kommt, weiß niemand vorher.

Der Schlitz misst
4 × 26 cm

Was flach ist, passt. Gerollt, gefaltet, zwischen zwei Pappen — Hauptsache, es kommt durch. Der Kasten wird regelmäßig geleert.

Auf einer alten Schreibmaschine getipptes Wort kunstbriefkasten.de
Auf der Rheinmetall im Haus getippt
Der Drahtkorb hinter der Haustür mit eingeworfenen Arbeiten
Was hinter der Tür ankommt
Anja Müller richtet im Ausstellungsraum eine Vitrine ein
Im Ausstellungsraum des Hauses
Was danach passiert

Einmal im Jahr
wird alles gezeigt.

Einmal im Jahr wird alles gezeigt, was im Kasten gelandet ist — im Haus, mit Lesungen und Präsentationen. Wer seine E-Mail auf den Zettel geschrieben hat, bekommt eine Einladung zur Vernissage.

Eingeworfene Arbeiten bleiben ein Kalenderjahr im Haus. Wer sie zurückmöchte, kreuzt das auf dem Zettel an.

Aquarelle und beschriebene Karten nebeneinander gelegt
Karten und Aquarelle aus dem Haus
Das Haus

Ein offenes Haus
in der Altstadt.

Zwei Ateliers, Gästezimmer, eine gemeinsame Küche und eine Kunstbibliothek. Mal- und Zeichenbedarf, Leinwände, ein Beamer. Platz für Einzelne oder Gruppen bis fünf Personen. Ausstellungen finden im Haus statt, gefeiert wird im Innenhof und im Garten.

Zu den Aufenthalten

Blick in eines der Ateliers mit Staffelei am Fenster
Eines der beiden Ateliers
Die gemeinsame Küche mit Holzdielen und rundem Tisch
Die gemeinsame Küche
Wohnraum mit Bücherregal, Kaminofen und Schachbrettboden
Der gemeinsame Raum mit der Bibliothek
Der Garten mit alter Backsteinmauer und Efeu
Innenhof und Garten
Hier entstand die Idee

Roland Spiegel

Ein Künstler, der sich auf den Spuren Philipp Otto Runges bewegte, war der Wolgaster Maler Roland Spiegel. Er wohnte und arbeitete in der Schusterstraße 25 — an der Adresse, an der heute der Kunstbriefkasten hängt.

Das Haus enthält bis heute seine Spuren: Bilder, Malutensilien, Bücher. Es ist kein Museum geworden, sondern ein Haus, in dem weitergearbeitet wird.

Gerahmtes Aquarell einer Küstenlandschaft von Roland Spiegel
Aquarell von Roland Spiegel
Roland Spiegel1936 – 2020
Wohnte und arbeiteteSchusterstr. 25, Wolgast
Philipp Otto Rungegeboren 1776 in der Kronwiekstr. 45
Mein Wolgast

Romantische Stadt
am Peenestrom.

Kennst Du die „Kaffeemühle“ am Rathausplatz? Hast Du schon die Geschichte von „Fischer und sin Fru“ gelesen? Hast Du nach steilem Aufstieg durch den Turm schon einen Rundblick vom Turm der ehrwürdigen Petrikirche werfen können?

In der Kronwiekstraße 45 nahe am Hafen wurde 1776 Philipp Otto Runge geboren; Zeichner, Maler, Kunsttheoretiker und Begründer der Frühromantik in der Malerei — ein Zeitgenosse und Freund Caspar David Friedrichs. Über ihn erfahre ich in Ausstellungen und Lesungen immer mehr und mich berührt seine Lebensgeschichte sehr.

Abends spaziere ich durch die teils noch mittelalterlichen Gassen und geniesse die Ruhe. Ganz maritim zeigt sich die Stadt am kleinen Museumshafen mit Traditionsseglern, Fähre und Liegeplätzen. In die schon 800-jährige Geschichte Wolgasts tauche ich bei einem Besuch im Stadtmuseum oder den jährlichen Sommermusiken in der St.-Petri-Kirche ein.

Kopfsteingasse in der Wolgaster Altstadt im Abendlicht
Abends in der Altstadt
Der Turm der St.-Petri-Kirche mit Wetterhahn über den Dächern von Wolgast
Die Petrikirche über den Dächern
Detail der grün-roten Haustür
Die Tür aus der Nähe
Und jetzt Du

Schusterstr. 25.
Der Kasten steckt in der Tür.

Wann die Antwort kommt, weiß niemand vorher. Genau das ist der schöne Teil.

Kontakt und Anfahrt